Symptome des ADS / ADHS im Kindes und Erwachsenenalter
Symptomatik im Kindesalter
Aufmerksamkeitsschwäche
- Schwierigkeiten, etwas überhaupt zu beginnen
- Mangelnde Daueraufmerksamkeitsspanne: Wegdriften, abgelenkt sein, nochmals lesen müssen, um zu verstehen
- Wachheit kann bei "uninteressanten" Vorgängen nicht erhalten werden, Tagträumerei, unvollständiges Arbeiten
- Mangelnde Fähigkeit mit Stimmungsschwankungen beim Arbeiten umzugehen: kritikempfindlich, chronisch entmutigt, genervt
- Mangelnde Kapazität des Arbeitsgedächtnisses: "Was wollte ich gerade tun / habe ich gerade noch gedacht? - Ich weiß es, kann es aber nicht abrufen"
- starke Ablenkbarkeit
- Häufiges Auftreten von Lese-Rechtschreib- Schwäche oder anderen Teilleistungsschwächen
Impulsivität
- Mangelnde Impulskontrolle
- Handelt und redet rasch, ohne nachzudenken
- Niedrige Frustrationstoleranz
- Kann nicht abwarten, wechselt rasch die Beschäftigung, kein planvolles Handeln (Folge: Lernstörungen trotz adäquater Intelligenz)
Hyperaktivität
- "Zappel-Philipp-Syndrom" (unruhig, zappelig, umtriebig)
- Gesteigerter Bewegungsdrang
- Grobmotorik und Sprache (viel und laut)
- Enormer Kraftaufwand
- Lokomotion: Kann nicht sitzen bleiben
Symptome im Erwachsenenalter
Unaufmerksamkeit
- kurze Aufmerksamkeitsspanne und vermehrte Ablenkbarkeit bei Tätigkeiten, die
nicht sehr stark motivierend sind
- schnell wechselnder Brennpunkt des Interesses
- Flüchtigkeitsfehler
- häufig Unfälle verschiedener Art
- verlieren beim Lesen den Faden und können sich den Inhalt nicht merken
- überspielen Aufmerksamkeitsstörung mit "Zigarettenpausen"
- bekommen oft mangelndes Interesse vorgeworfen
- Mangel an Ausdauer bei Aufgabenstellungen (beginnend in der Grundschule)
Hyperaktivität
- immer auf dem Sprung, innere Unruhe, insbesondere wenn Abwarten oder zuhören
erwartet wird (z.B. Vortrag, Warteschlangen), unfähig zur Entspannung,
Superreiz -suchendes Verhalten
- oder/ und Tagträumerei, schaut Löcher in die Luft, geistesabwesend
- ständiges Wechseln der Themen während eines Gesprächs, ständig neue Einfälle, "Sprechdurchfall"
- oder/ und antriebslos, ohne Eigeninitiative, wortkarg und ziehen sich zurück
Impulsivität
- handelt ohne nachzudenken, oft unerwartet, lebt Gefühle sofort aus (besonders
unter Alkoholeinfluss)
- ungeduldig - abwarten fällt schwer; reizbar
- Unterschätzen von Gefahr (z.B. Autofahren)
- reagieren mit Wut und Streit auf Kritik, haben Schwierigkeiten dieses explosive Verhalten zu kontrollieren
- Trägt "das Herz auf der Zunge"
Vergesslichkeit
/ schlechtes Kurzzeitgedächtnis
- vergesslich, insbesondere bei alltäglichen Dingen
- verlegt oder verliert dauernd Dinge (z.B. Schlüssel etc.)
Zerstreutheit / chaotisch
- Probleme beim Planen, desorganisiert, chaotisch
- kein Überblick und wenig Strategie
- Unfähigkeit Aktivitäten selbstständig in Angriff zu nehmen
Kommunikation / soziale Kontakte oft schwierig
- soziale Kontakte
gestalten sich oft schwierig
- mangelnde Einschätzung von sich und anderen
- kann Gefühle und Ehrlichkeit der
Mitmenschen schlecht einschätzen, Naivität
- Integration in eine Gruppe - meist schwierig
- hört nicht zu, wenig Blickkontakt, redet dafür ständig
- "quatscht" häufig dazwischen
Willen
- oft eigensinnig
- wirkt oft
eigenbrötlerisch
- will seinen Willen durchsetzen
- kann sich schwer einordnen / unterordnen
Motivation
- beginnt Aufgaben oft enthusiastisch, schließt sie häufig nicht ab
- kann sich total begeistern oder auch verweigern, je nach Interesse gegenüber
der Sache
- schnell Langeweile
Selbstwertgefühl
- oft geringes Selbstwertgefühl, niedrige Selbsteinschätzung,
- oft das ganze
Gegenteil
- niedrige Frustrationsschwelle, überempfindlich bei Kritik
Stimmung
/ Sucht
- starke emotionale Schwankungen, auch bei Kleinigkeiten
- kleine Anlässe führen zu schnellem Wechsel von Wut, Aggressivität über Deprimiertheit zu Euphorie
- affektive Reaktionen führen schnell zu sozialen Problemen
- häufiges Leergefühl, Angstsymptome, Depressionen
- Alkohol- und Drogenmissbrauch bis Anhängigkeit
- streitlustig und explosiv
- leicht reizbar und schnell frustriert
- leben in Extremen, haben keine "Mitte"
Leistung versus Möglichkeiten / Fähigkeiten
- schöpft seien Fähigkeiten zu oft nicht aus
- hohe rationale Logik
- oft geringe emotionale
Intelligenz im Gegensatz zu rationalen Intelligenz
- braucht häufig Struktur von außen (ist dann aber zu aussergewöhnlichen
Leistungen fähig)
Arbeitsverhalten
- lässt oft zu wünschen übrig
- Anfang schwer - lieber alles auf die lange Bank schieben
- Interesse für die
Tätigkeit muss vorhanden sein
- arbeitet nur unter Zeit / Termindruck
- zu hastiger oder zu langsamer Arbeitsstil
- Perfektionismus
- macht viele Aufgaben auf einmal und oft nichts zu ende
- für sich selbst Orga-Chaot kann allerdings für andere oder als Leitung perfekt organisieren und delegieren
- schlechte Zeiteinschätzung bzw. Zeiteinteilung
- kommen sehr oft zu spät
- häufige - oft schwer erklärlicher - Wechsel der Arbeitsstelle und Verlust
© "Team der Borderlinezone" 2007