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Alkohol 

und  

Wechselbeziehung

 

Dies ist nicht die gleiche Seite wie Drogen (siehe unten)

Anhand der vorangegangenen Seite sehen Sie das Alkohol sich vom Prinzip her nirgendwo einordnen lässt. Doch betrachten wir uns erst einmal eingehender den Alkohol an sich. Welche Auswirkungen er hat habe ich in vorgehender Seite nur kurz dargelegt. 

Obwohl Alkohol seit Menschen Gedenken existiert und verkonsumiert wird besitzen wir keine genauen Erkenntnisse über die Wirkung auf das Bewusstsein. Dennoch ist Alkohol eine der wenigen bewusstseinsverändernden Drogen die definierte Auswirkungen auf das Verhalten hat. Die Tatsache das die Alkoholblutkonzentration relativ genau und präzise errechnet werden kann lässt uns den Grad der Bewusstseinsveränderung objektiv erscheinen. Dennoch bestehen große Unterschiede zwischen den einzelnen Menschen.

Wir wissen es ist ein Zellgift welches jede einzelne Zelle in unserem Körper angreift, insofern ein Nervengift, denn es verursacht Nervenlähmungen. Er überwindet ohne Schwierigkeiten die Bluthirnschranke und gelangt somit direkt in unser Gehirn. Wir wissen das er in den biochemischen Hirnstoffwechsel eingreift, das er zuerst die kognitiven Sperren aushebelt da er zuerst den Neokortex (Großhirn) lähmt, das limbischen System, in dem unsere Gefühle und Belohnungssysteme liegen, aktiviert. Wir kennen die chemische Zusammensetzung (C2H5OH). Wir wissen er entsteht durch Gärung von Zucker, wobei der Zucker durch Hefe in Äthanol und Kohlendioxyd umgewandelt wird. Wir wissen er ist leichter als Wasser und verdampft bei ca. 78 Grad Celsius. (Jetzt werden viele grinsen und sich sagen "ach so deshalb schwitze ich immer so"). Nun gar nicht so unrecht. Alkohol löst sich nur im Wasser, das heißt nur in unseren wasserhaltigen Körperteilen. Wir wissen er hat eine desinfizierende Wirkung (innen wie aussen) und (jetzt leuchten viele Augen) der Name kommt aus dem Arabischen und heißt übersetzt " das Feinste".  Vielleicht meinten sie ja "die feinste aller Drogen"

Wir wissen er verändert bei längerem Missbrauch die gesamte Persönlichkeit des Menschen. 

Alkohol ist eine Droge, die zur Abhängigkeit vom Typ Barbiturate/Tranquilizer führen kann. 

Warum aber nun reagieren die Menschen so unterschiedlich auf Alkohol?

Faktoren wie Mann oder Frau, Essgewohnheiten (Bulimie, Anorexie), was wann gegessen wurde, Trinkgeschwindigkeit, Trinkgewohnheit, der psychische Zustand (Stress), algemeinbefindlicher Zustand (grippaler Infekt, Periode der Frau), werden Medikamente genommen, spielen eine große Rolle. 

So unterschiedlich die Menschen sind so unterschiedlich wirkt der Alkohol auf sie. Er wirkt wie bereits erwähnt wie ein Deckel und lässt bis dahin nicht zu zulassende Gefühle, Ängste, Unterdrücktes (Suppression) zu. Er lässt das tiefste Innerste zu Tage treten und macht wie keine andere Droge unberechenbar (borderlinig). Hier liegt auch der Fehler vieler Ärzte die Borderline diagnostizieren obwohl ein Alkoholmissbrauch vorliegt. 

Fakt ist das wenn Alkohol in einer Borderlinebeziehung vorhanden ist, welches zu 90% der Fall ist, die extremen Strukturen noch einmal potenziert werden und der Borderliner in der Regel das letzte Stückchen seiner Kontrolle verliert. Gewisse Medikamente (Morphine, Benzodiazepine, Barbiturate) docken an die gleichen Rezeptoren im Hirn an wie Alkohol. Da Alkohol wie keine andere Droge borderlinig (instabil) macht potenziert sich die Wirkung um ein vielfaches bei gleichzeitigem Tablettenmissbrauch. Hierfür gibt es keine Berechnungen. Das heißt nun nicht das wenn Sie trinken (Alkohol missbrauchen) zum Borderliner werden, auf jeden Fall werden Sie instabil und gereizt. Alkohol verstärkt nicht nur die bestehende Gemütsverfassung sondern lässt auch die unterschwelligen Gefühle und Emotionen zu Tagen treten.

 

Rauschzustand in der Regel  ab 0,85- 1 prom. Neokortex wird zu erst gelähmt (Großhirn),  Aktivierung des limbischen Systems (Gefühls, Belohnungssystem) Alkohol hebt somit die kognitiven Sperren auf und bildet eine Enthemmung.

Angabe bezieht sich auf einen Mann 67 Kg ohne Alkoholgewöhnung und normalem Essverhalten:

bis 0,3 prom. gewöhnlich keine Wirkung

bis 0,6 prom. Wärme, Entspannung, Hochgefühl, mögliche leichte motorische Beeinträchtigung

bis 0,9 prom. enthemmte Verhaltensweise, übertriebene Gefühle (Emotionalität), motorische Beeinträchtigung,  Beginn Rauschzustand, Verzerrte Wahrnehmung 

bis 1,2 prom. erratisches Verhalten, Taumeln, starke motorische Einschränkung, undeutliches  Sprechen 

bis 2,5 prom. schwere Wahrnehmungsstörung und Bewegungsstörungen, Bewusstseinsverlust (ohnmächtig werden)   

ab 2,5 prom. Verschlimmerung aller Zustände in jeglicher Hinsicht

4-5,0 prom. totaler Stupor oder Tod 

Die Formel:  Um Ihren Promillegehalt zu errechen gehen Sie wie folgt vor.   ( getrunkene Menge in Gramm Alkohol) div. durch Ihr Körpergewicht x 0,7 = Promille (Blutalkoholkonzentration) 140g :70 kg x 0,7  = 1,7 Promille  (bei 4 Stunden Trinkzeit a 7 x 0,5l Bier) haben Sie 1,3 Promille (männl.) Der männliche Körper baut pro Stunde 0,1 Promille ab. Für die Frau gilt 0,08 Promille. D.h. Sie müssen natürlich die Zeit die Sie benötigt haben um 140 g Alkohol zu trinken wieder abziehen. Im obigen Beispiel nehmen wir Bier an. 0,5 L enthalten 20g Alkohol. D.h. 7 halbe Liter.  Wenn Sie 4 Stunden dafür brauchen wäre Ihr Ergebnis 1,3 Promille. Als Faustregel gilt pro Stunde länger (langsamer) trinken minus 0,1 prom. Pro Stunde kürzer (schneller) plus 0,1 prom. Pro 10 Kilo mehr Körpergewicht minus 0,1 prom. Pro 10 Kilo weniger Körpergewicht plus 0,1 prom.

 

 

Wie erwähnt spielen die angeführten obigen Faktoren eine weitere Rolle.

Anhaltspunkte:    Bier                    5 Vol%      0,5 l = 20g

                              Wein                10 Vol%      0,125 l = 10-13g

                              Sekt                 12 Vol%      0,1 l    = 10g

                              Likör               30 Vol%      4cl    = 9g

                              Korn                32 Vol%      4cl    = 10g   

                              Wodka, Gin     40 Vol%     4cl    = 13g

 

Frage macht Alkohol dick?

Eindeutig ja. 1 Gramm Alkohol hat einen Brennwert von 29 KJ. Also einen erheblichen Nährwert gegenüber anderen Drogen. Ein Liter Bier entspricht also 2000 kJ. Das sind 20% des Energiebedarfs eines Mannes mit mäßiger körperlicher Betätigung. Den gleichen Brennwert besitzt ungefähr 0,7 l Wein oder 5 doppelte Weinbrand. 

Den Überfluß an Energie speichert der Körper als Fett. 

Bei Zunehmender Trunkenheit verwandeln sich Phantasien und die Illusion "einer persönlichen Art von Macht" leicht in Aggressivität und Gewalt. Das zunehmende Selbstvertrauen in mäßigen bis starken Rauschzuständen, bei gleichzeitiger verminderter Leistungs- und kognitiven Fähigkeit, macht Alkohol zu einer wirklich gefährlichen Droge. Obwohl Alkohol eine so gefährliche Droge ist, der Staat jährlich mehr als das 4-6 Fache an Geld für ärztliche Leistungen / Schäden aufbringen muß die durch diese Droge entstehen unterliegt er nicht dem BTM-Gesetz. Und auf keiner Flasche werden Sie das Totenkopfsymbol "Vorsicht Gift" oder " die EU-Gesundheitsminister .... Alkohol gefährdet Ihre Gesundheit, zerstört Ihre Familie etc" finden.

Keiner von Ihnen würde je auf den Gedanken kommen verdünnte Salzsäure zu trinken oder?

Es ist also eine legale Droge deren Einnahme bis zu einem gewissen Grad (bis zum sozialem Abrutsch) von der Gesellschaft akzeptiert und sogar gefördert wird.  Dann ist er ausgestoßen und es wird mit dem Finger auf ihn gezeigt. 

(Definitionen) Medikamente, Beruhigungsmittel ( Barbiturate, Morphine, Tanquilizer, Opiate) unterliegen dem BTM-Gesetz, sind verschreibungspflichtig und werden somit legalisiert. Die Suchtgefährdung gegenüber Alkohol liegt wesentlich höher. (Tavor 5-6 Wochen) und die Wirkung ist selbige oder ähnlich da sie im Gehirn an die gleichen Rezeptoren andocken. Die Dunkelziffer des offiziellen Medikamentenmissbrauchs liegt ca. 4-5  mal höher als die des Alkohols. 

Aber auch die Akzeptanz dieses Missbrauchs ist in der Gesellschaft wesentlich höher als der gegenüber Alkohol. Obwohl Alkohol - Medikamenten oder anderer Drogenmissbrauch auf einer Linie liegen unterscheidet die Gesellschaft anhand dessen was sie sieht.

Für einen Medikamenten-missbräuchler -abhängigen ist es leicht die Dinge für sich selbst oder der Umwelt zu rationalisieren oder zu verstecken.  

Siehe M. die Wechselwirkung Alkohol-Schmerzmittel-Amphetamine hilft es in komplementären Grenzen, zum anderen es in akzeptablen sozialen Grenzen zu halten oder unbemerkt zu bleiben.

Suchterzeugende Mittel haben immer die Eigenschaft das eine Dosissteigerung erforderlich ist um die gleiche Wirkung / Zustand zu erzielen. Dies gilt natürlich nicht wenn Sie auf den Trichter wie M. kommen. Sucht oder Missbrauch muss nicht immer mit dem sozialen Abstieg einher gehen oder enden, im Gegenteil. wie im Falle von  M. zu sehen. Hier wird durch die Verkettung der drei Störungen (Kaskadenstörung) und die Wechselwirkung des Alkohol-Medikamentenmissbrauchs ein psychischer Zusammenbruch die Folge sein.

Die Grenze zwischen Missbrauch und Abhängigkeit ist fliesend. So spricht man auch von der körperlichen und der psychischen oder psychisch-körperlichen Abhängigkeit. Die Behandlung der körperlichen Abhängigkeit ist nicht schwierig und meist reichen ein paar Wochen dafür. Die Behandlung der psychischen dagegen gestaltet sich als äußerst schwierig. Sie erfordert zum einen langen Zeitraum (mind. 2 Jahre) und zum anderen das Herausfinden der Urstörung / Ursachen (z.B. AD(H)S, Borderlinestörung, histrionische etc.) Das heißt es nützt dem Betreffenden nichts wenn er auf Alkohol / Medikamentensucht behandelt wird und das ursächliche Problem nicht gefunden und therapiert wird (Ursache - Wirkungsprinzip).

Der Weg in den Missbrauch ist vielfältig und bei Alkohol ist er sehr vielschichtiger als bei anderen Drogen. Untersuchungen zu Folge benutzen diejenigen die später im Missbrauch oder in der Abhängigkeit landen Alkohol erst einmal als Medizin, als Medikament um innere Leere, Wut, Zorn, Hilflosigkeit, Angst, Depression, Melancholie zu bekämpfen, oder um eine schnelle Möglichkeit zu finden Emotionen zu dämpfen.

Für die Depression, innere Leere und Melancholie ist zu erwähnen das der Alkohol hier als 2 Phasengift wirkt. Erst hebt es die Stimmung dann wird der ursprüngliche Zustand um so schlimmer. Untersuchungen haben hier ergeben das je tiefer die vorangegangene Depression war desto stärker war die Sucht.

Bevor Sie weiter lesen möchte ich noch ein paar Worte an Sie richten. Der Alkoholiker wird abgestempelt denn es hat ja "nur etwas mit Willen" zu tun. Der Medikamentensüchtige oder Mißbräuchler wird nicht gesehen. Beides hat nichts mit Willen zu tun. Auch dieses Wort ist so negativ besetzt das es in der Gesellschaft als der letzte Abschaum gesehen wird. Keine Sorge der Alkoholiker fühlt sich selbst als der letzte Abschaum der Menschheit. Er durchlebt jeden Tag, jede Stunde die qualvollsten Gefühle und jeden Tag ist er nur 1 mm vom Tod entfernt, denn er will so nicht leben. Und jeden Tag rettet ihn der Stoff für ein paar Stunden vor diesen Gefühlen. Wie auch den der Tabletten nimmt. Was ist der Unterschied zwischen beiden? Richtig der eine hat eine Fahne, torkelt und wird aggressiv oder depressiv, vernachlässigt sich, der andere nicht. 

Wir sagen oft, und ich war einer von denen, da ist ein Alkoholiker, verwahrlost auf der Bank mit einem Bier oder Wein. Doch das ist nur das bittere Ende was wir dann zu sehen bekommen.  Ich habe alle Schichten der Gesellschaft gesehen und erlebt die in den Sumpf der Abhängigkeit geraten sind. Keiner der süchtig wurde oder Missbrauch betrieb hat die Hand gehoben und geschrienen ich will das. Und keiner der zum Bier, Wein oder Sekt greift oder zu Medikamenten (bestimmte schon) wird abhängig. Dazu bedarf es der äußeren Umstände. Die Droge an sich beschleunigt nur alles. Die Kindheit, die Mutter, der Vater, das Leben, Ihre Situationen jetzt usw. spielen eine große Rolle. Aber letztlich der nicht zu überwindende, verarbeitete, Schmerz in sich.

Wissen Sie, ich habe sie alle kennen gelernt, die Menschen, doch die ehrlichsten wahren die Alkoholiker, auch Drogenabhängige, die sich entschlossen aufzuhören. Und obwohl meine Einstellung ist das der Mensch die größte Fehlkonstruktion der Natur ist achte ich diese Menschen die es schaffen sich aus diesem Kreis zu befreien. Sie besitzen meine höchste Achtung. Es sind wundervolle Menschen. Menschen die das schaffen, schaffen alles. 

Unser Defizit: Für uns ist es Abschaum und wir fragen nicht nach dem Warum? Fragen nicht "wie ist es soweit gekommen?" 

Und eines sollten wir nie vergessen es kann jeden treffen. Zu viele sagten "mich trifft / betrifft es doch nicht"!

 

© "Team der Borderlinezone" 2002-2006

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