Hallozinogene
Halluzinogene gelten als die komplexesten Drogen. Meskalin,
Psilocybin und LSD gehören zu den Halluzinogenen erster Ordnung.
Meskalin
Meskalin ist ein wasserlösliches Alkaloid aus dem
mexikanischen Peyotlkaktus, der auch im südlichen Nordamerika vorkommt. Der
Kaktus wurde von den Indianerstämmen in frischer Form oder als getrocknete
Kaktusscheiben verzerrt. Er diente damals als religiöses Sakrament. 1918 wurde
der Kaktus erstmals chemisch synthetisiert und im Jahr 1927 entstand die erste
ausführliche Arbeit über Meskalin von Aldous Huxley mit dem Titel "Die
Pforten der Wahrnehmung".
Meskalin ähnelt dem Noradrenalin oder Dopamin. Seine Wirkung
tritt nach circa 20 Minuten ein und kann bis zu 12 Stunden andauern. Schon 5 mg/
kg Körpergewicht reichen aus um einen guten Trip zu haben. Meskalin wird
schnell und vollständig resorbiert, so dass man es in unveränderter Form
wieder ausscheidet.
Psilocybin (Psyocin)
Diese Pilze oder "magic mushrooms" wie sie auch
bezeichnet werden, wachsen auf Kuhfladen. Sie werden ebenfalls in frischer oder
getrockneter Form verzerrt. Es gibt etwa 15 verschiedene Arten, wobei der
bekannteste der Psilocybe Mexikaner ist. Die Pilze wurden erstmals von Gordon
Woson beschrieben. Da es sich bei Pilzen um pflanzliche Drogen handelt, kann der
Wirkstoffgehalt sehr unterschiedlich sein. Die Wirkung ist aber doppelt so stark
wie Meskalin, jedoch 200 mal schwächer als LSD. Sie tritt nach circa 30 - 40
Minuten ein, dabei reichen ungefähr 20 mg Pilze für einen guten Trip aus.
Psilocybin ähnelt dem Serotonin. Der eigentliche halluzinogene Wirkstoff
entsteht erst im Darm, wenn Psilocybin zu Psilocin umgewandelt wird.
LSD (Lysergsäurediethylamid)
LSD ist ein Derivat der Lysergsäure, die als natürlicher
Bestandteil der Mutterkornalkaloide vorkommt. LSD wurde 1938 ausversehen von
Albert Hofmann gefunden. Er wollte eigentlich ein gynäkologisches Mittel
entwickeln und hat dabei LSD synthetisiert. In der Medizin wird die Lysergsäure
nämlich als wehenfördernd und zur Behandlung von Migräne eingesetzt. 1943 hat
Hofmann zufällig eine Spur LSD in den Mund bekommen und somit seinen ersten
Trip erlebt. Seine Erfahrungen dabei hat er in dem Buch "LSD - Mein
Sorgenkind" niedergeschrieben.
Im Jahr 1948 gab es dann die erste LSD-Studie am Menschen und
in den 50er Jahren verschickte man LSD-Proben zu Forschungszwecken. Anfang der
60er verbreitete sich der LSD-Konsum vorrangig auch an Unis. LSD wird oral in
Form von Pillen oder Pappen aufgenommen, wobei Pillen stärker wirken als
Pappen. Es gibt auch flüssiges LSD, was als liquid acid bezeichnet wird. Die
normale Dosis liegt bei 200 mg/ kg Körpergewicht, doch heute wird mit circa 150
mg/ kg Körpergewicht weitaus niedriger dosiert. Die Wirkung tritt nach etwa
30-40 Minuten ein und dauert ungefähr 6-8 Stunden an. LSD ist extrem lipidlöslich
und hat seine höchste Konzentration in der Leber. Das Maximum der Dosis ist
nach 3 Stunden im Blut festzustellen, doch mit normalen Verfahren kann man es
kaum nachweisen.
Alle drei Halluzinogene haben analoge Wirkungen, aber
unterschiedliche Strukturen.
Wirkungen
Die Halluzinogene heben die Feedbackschleifen im Gehirn auf.
Die emotionale Reaktion auf die Sinnesreize (Emotionalität) wird verändert, da
das limbische System im Stamm- und Zwischenhirn andere Wege nehmen muss als üblich.
Des weiteren ist im Gehirn der thalamische Filter abgeschaltet. Die rechte
Hirnhemisphäre ist aktiver als sonst, so dass beide ungefähr die gleiche
Aktivität haben. Normalerweise ist die linke Hemisphäre stärker aktiv als die
rechte. Wie sich diese Veränderungen bei jedem einzelnen auswirken, ist
unberechenbar. Die Wahrnehmungen werden verändert und intensiviert. Man muss
viele Eindrücke auf einmal verarbeiten. Es kommt zu optischen Täuschungen bzw.
Verzerrungen.
Zeiträume erscheinen einem länger, die Zeit scheint
unendlich zu sein. Mimik und Gestik werden verstärkt wahrgenommen und der
Zugang zum Unterbewusstsein öffnet sich. Es tritt neben einem gesteigerten Einfühlungsvermögen
auch eine starke Veränderung des Selbstgefühls (Bewusstseinsveränderung) auf
- alles verschwimmt und verändert sich. In- und Output sind ebenfalls
gesteigert. Die Person kann euphorisch und traurig gleichzeitig sein, was man
als paradoxe Gefühle bezeichnet. Eine weitere Wirkung ist die Miterregung eiens
Sinnesorgans bei Reizung eines anderen.. Man hört zum Beispiel Musik und sieht
Bilder dazu oder das Telefon klingelt und man sieht die Klingel.
Reize sind besonders intensiviert vor allem der Schmerzreiz.
Es kommt zur psychischen Gewohnheit. Speziell auf die Sprache wirken sich die
Halluzinogene auch aus. Die Wirkungen sind martikulierbar, das heißt man kann
es nicht beschreiben bzw. in Worte fassen, was man erlebt. Wörter haben plötzlich
ganz andere Bedeutungen. Man geht zur nonverbalen Kommunikation über, da man
sowieso schneller denkt als spricht.
Doch mitunter kann es auch zu Verwirrtheitszuständen und Ängsten
kommen.
Halluzinogene zweiter und dritter Ordnung
Die Halluzinogene zweiter und dritter Ordnung sind weniger
psychedelisch und auch nicht bewußtseinserweiternd. Zur zweiten Ordnung gehören
Hexenkräuter, Atropin, Alraune, DOM (Amphetaminverbindung) und DNT (exotische
Pflanzen zur Herstellung von Schnupfpulver).
Ololiuqui (Samen einer Trichterpflanze), Alanjaska (Rinde
einer Liane), Ketamin (Narkosemittel), MDMA (Ecstasy) und die sogenannten
"Designerdrogen" gehören zu den Halluzinogenen dritter Ordnung.