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Essstörungen

 

Unter dem Oberbegriff  Essstörungen werden zwei wichtige und eindeutige Syndrome beschrieben: Anorexia nervosa (Anorexie) und Bulimia nervosa (Bulimie). Weniger spezifische bulimische Störungen wie übermäßiges Essen bei anderen psychischen Störungen werden ebenfalls erwähnt. Kurz wird auch auf Erbrechen bei sonstigen psychischen Störungen eingegangen.  

Erklärungen nach ICD-10

 

Bulimia nervosa Anorexia nervosa
Untergruppe: atypische Bulimia nervosa Unterteilung: Anorexia nervosa (aktiv/passiv)

 

Die Essstörungen reichen von der Appetitstörung, bei der die Kinder nach dem Urteil der Eltern schlecht essen, über das Erbrechen nach einer meist erzwungenen Nahrungsaufnahme bis zur Magersucht (Anorexia nervosa), bei der vor allem Mädchen sehr oft so stark abmagern, dass Gefahr für ihr Leben besteht.

Beim Kind sind für die Essstörungen häufig fehlende Zärtlichkeit und Liebe sowie das mangelndes Akzeptieren des Kindes im Elternhaus die Ursache.

Es fällt auf, dass  diese "schlechten Esser" meist nur in Familien vorkommen, die einen übermäßigen Wert auf das Essen legen und das Kind oft bedrängen, mehr zu essen bzw. unter allen Umständen aufzuessen.

Überängstliche und überbesorgte Mütter neigen oft zu einem solchen Verhalten. Sie berücksichtigen nicht, dass ein Kind, solange es sich wohl fühlt, von alleine imstande ist, die Menge seines Essens zu bestimmen.

Betont langsames Essen ist genau wie das Erbrechen oft Ausdruck einer Oppositionshaltung gegen die Eltern. Bei derartigen Essstörungen sollte man das Verhalten des Kindes nicht beachten, um es nicht noch in seinem Verhalten zu bestärken.

Die Magersucht (Anorexia nervosa) ist eine lebensbedrohende Störung, deren Häufigkeit in den letzten Jahren massiv zugenommen hat. Betroffen sind vor allem junge Frauen und Mädchen in der Pubertät.

Der Ausbruch beider Störungen liegt oft um das 12. Lebensjahr, zusammenfallend mit dem ersten Eintritt der Periode. 

(Fallbeispiel M)

 

Nach Schätzungen sterben 5% der Betroffenen an dieser Störung. 

Magersüchtige haben sehr große Angst vor dem Zunehmen, und ihr Gewicht liegt mindestens15% unter dem normalen Wert. Sie streben häufig danach, ihr Gewicht weiter zu reduzieren, indem sie Appetitzügler benutzen, aufgenommene Nahrung wieder erbrechen, kalorienhaltige Lebensmittel vermeiden oder übertriebene körperliche Aktivitäten entwickeln. 

Der Unterschied der Anorexia nervosa zur Bulimia nervosa ist das er nicht von Attacken (Essen / Erbrechen) begleitet wird. Es herrscht ein kontinuierliches Abnehmen vor. Anorexia nervosa (aktiv/passiv) hier besteht nur der Unterscheid das beim Abnehmen durch Erbrechen (aktiv) nachgeholfen wird. Es geht keine Essatacke voraus. Der Anorektiker sagt ich bin zu dick und der Bulemiker ich werde zu dick.

Sie haben eine gestörte Körperwahrnehmung und somit immer das Gefühl, zu dick zu sein, obwohl ihre Rippen und Hüftknochen hervortreten und die Gliedmassen immer dünner werden. 

Von einer weiteren Essstörung, der Bulimie sind vor allem junge Frauen betroffen. Sie nehmen periodisch  sehr große Mengen an Nahrung zu sich (Heißhungeranfälle), führen dann aber jedes Mal ein Erbrechen herbei. 

Im Unterschied zu Magersüchtigen sind sie kaum untergewichtig, aber genau wie diese haben sie eine  sehr große, unangemessene Angst zu dick zu werden. Gegessen wird oft in aller Heimlichkeit. Der Wechsel von Essen und Erbrechen kann sich bis zur völligen Erschöpfung wiederholen. 

Der Betroffene ist oft nach dem Erbrechen deprimiert und schämt sich. Im Unterschied zur Magersucht ( Anorexia nervosa) zeigt er Krankheitseinsicht, was vielleicht mit den nicht zu übersehenden körperlichen Einschränkungen aufgrund des häufigen Erbrechens (z. B. wunde Kehle, geschwollene Speicheldrüsen, zerstörter Zahnschmelz und Darmschädigungen) zusammenhängt.

Wie bei der Magersucht gibt es kein einheitliches Modell zur Erklärung der Bulimie.

Psychoanalytiker orientieren sich an  konflikthaften Situationen oder durch starke Einschränkungen gekennzeichnete Erfahrungen in der Kindheit. Ausgelöst wird die Bulimie hingegen oft durch akute Belastungssituationen, wie z.B. Trennungen, Tod eines Angehörigen oder Partnerschaftsprobleme.

Oft gehen beide Störungen einher mit anderen Persönlichkeitsstörungen, bzw. sind an diese gekoppelt (Komorbidität). So zum Beispiel die Borderline-Störung oder ADHS.

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