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Frösche gab es genug  die geduldig warteten und nahmen sich was eben gerade mal vorbei kam,

mal eine Fliege, mal die kleine Prinzessin M.  

 

Wirkt es für Sie außergewöhnlich? 

Gehen wir weiter. 

Des Abends trinkt sie gerne mal ein paar Gläser Prosecco, manchmal eine Flasche, manchmal 1,5-2, je nach Gemütsverfassung und Geschehnisse des Tages oder der Beziehung. Sie geht gerne weg, sie isst sehr wenig (wenn überhaupt was) arbeitet wie eine Besessene und hat sehr viele Arzttermine (pro Woche 3-4), natürlich bei verschiedenen Ärzten. Irgendwelche Beschwerden hatte sie immer.  M. hatte  jeden Tag etwas anderes. Man konnte am Morgen aufstehen und fragen "was hat M. denn heute wieder, wo tut es weh?" Sie ist sehr ungeduldig und erträgt innere Spannungen nur äußerst schwer oder gar nicht. Sie ist sehr leicht gekränkt, welches sie extrem übertrieben äußert. Auf den ersten Blick wirkt sie ehr introvertiert. Schaut man genauer hin wirkt sie extrovertiert. Doch sie ist keines von beiden alleine, d.h. (ohne Anhang). Egal wo sie hingeht sie hat immer eine Wasserflasche dabei.  Mal waren ihre Pupillen groß dann wieder sehr klein. Macht man ihren Kühlschrank auf findet man zwar nichts zu essen, ein Stück Käse und ein paar Schokoriegel, aber Wein oder Prosecco. 

Auffallend war das M. nie Geld hatte, obwohl sie sehr gut verdiente. Was zum Teufel machte sie damit?

Ihre Tagebücher lesen sich wie Achterbahnen voller Schmerz zu sich selbst und ihrem Leben, voller Idealisierung für den der gerade dran war und  Suizidgedanken die immer wieder auftauchten, ja bis im Detail beschrieben wurden wenn sie sich nicht geliebt fühlte. 

Wird es langsam außergewöhnlich, oder meinen Sie das nur?

In Beziehungen spricht sie sofort von der absoluten, unsterblichen Liebe, mystischen Verbindung und bietet sehr schnell Sexualität an, bzw. bevor die Beziehung beginnt. (mit dir war es so) Sie macht Zukunftspläne und verbalisiert diese auch (dies nach wenigen Stunden oder Tagen). Sie ist ein Mensch mit einem überstarken Bedürfnis nach Annahme, Wärme, Geborgenheit, Sexualität (wobei diese in jede Richtung geht), Achtung, Verstehen und Mittelpunkt. Immer wieder ist sie sehr verliebt doch scheinen die Beziehungen sehr wechselhaft und nicht von Dauer zu sein, wie ihr Wesen. Sie hat viele gescheiterte Beziehungen hinter sich, die sie in der Regel beendet hat. Auffallend war wie sie die Beziehungen darstellte und warum sie diese beendete. Ergo hatte man Mitleid, mit der Prinzessin die ja nur den Froschkönig suchte. Hatte jemand die Beziehung beendet so versuchte sie alles um dieses umzukehren und dann zu gehen. Auffallend war das M. große Probleme hatte allein zu sein, da sich an jede gescheiterte Beziehung sofort die nächste anschloss oder schon vorhanden war. Oder diese kurzen Zeiten "des Alleinseins" wobei es sich hier um Tage, max. ein paar Wochen handelt wurden mit sehr kurzfristigen Affären oder Stands überbrückt. Sie ruft 0190 Nummern an um sich Karten legen zu lassen oder Horoskope zu hören. Geht des öfteren zu einer Kartenlegerin und legt natürlich auch selbst. Naturgemäß ist sie kein Mensch sondern eine wiedergeboren Hexe, natürlich eine weiße Hexe. Sollte sie wieder einmal umziehen, was die letzten 12 Jahre 8 mal geschah, werden die Ecken der neuen Wohnung mit Sand beworfen und ausgeklatscht, natürlich einerhergehend mit dem dementsprechenden Hexentanz. 

Es wird ungewöhnlicher? Eigentlich könnte man sagen "schön durchgeknallt".

Ja, Sie denken richtig. M. leidet unter der Borderline-Störung (extrem stark ausgebildet) einhergehend mit Anorexie und Hypochondrie. Wobei es sich hier um eine Kaskadenstörung handelt (Multikomorbidität). Unterliegend ist die Borderline-Störung und aufgesetzt die Anorexie und Hypochondrie. Die Anorexie und Hypochondrie ist hier ein Teil der Borderline-Störung. Auf den ersten Blick erkennt man nur die Anorexie, beim zweiten die Hypochondrie und erst bei sehr genauem Hinsehen die Borderline-Störung.

Es gab Ansätze in der Psychiatrie den Begriff anorektische Borderline-Störung zu prägen. Man ist davon wieder abgekommen. Wie sollte man M. auch bezeichnen? Als anorektischer, hypochondrischer Borderliner? Man spricht also in diesem Falle von einer Multikomorbidität, wobei ich persönlich im Falle der Borderlinestörung diesen Begriff ablehne und von  Kaskadenstörung spreche, deren Ursache die unterste Kaskade (die Borderline-Störung) ist.

© "Team der Borderlinezone" 2002-2007

  (Haftungsausschluß: Die Personen und die Handlung sind frei erfunden und sämtliche Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind rein zufällig.)

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