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M. merkte sehr schnell das diese Dinge nur kurzfristig helfen. In dieser Zeit griff sie auch kurzfristig auf eine Heirat zurück deren Dauer leider 8 Wochen nicht überschritt. Natürlich war sie nicht schuldig am Ende. 

Und ihr Gehirn griff auf eine alte Strategie zurück. "Wann wurde ich umsorgt und geliebt und stand im Mittelpunkt?"

 Wenn ich krank war. 

Hier bildete sich jetzt die Hypochondrie heraus. Auch diese war über die Jahre mit steigender Manifestation der Anorexie schon latent vorhanden.

Zur Beachtung: Für einen Hypochonder sind die "eingebildeten" Krankheiten oder Schmerzen wirklich vorhanden. Auch für Außenstehende und viele Allgemeinärzte ist es schwer festzustellen was wirklich vorliegt.

So manifestierte sich eine weitere Störung bei M. Die Hypochondrie, welche durch die irreparablen Schäden die die Anorexie bereits hinterlassen hatte zum Teil sogar gerechtfertigt war (das Befinden, Schmerzen etc). Beide, Anorexie und Hypochondrie sind hier als Teil der Borderline-Störung zu sehen. Für M. war es nun somit ein weiteres "Mittel" umsorgt, geliebt, beachtet zu werden. Bis zum heutigen Tage, M. ging natürlich in Therapie denn ihr Leben schien chaotisch zu sein, wurde M. nur auf Anorexie, schlimmer noch auf Bulimie behandelt und hatte somit keine Chance dem Teufelskreis der Borderline-Störung bzw. ihrer Kaskadenstörung zu entfliehen. Die 3 Störungen wurden zu einen festen Bestandteil ihres Lebens und schafften in jeder Hinsicht und Situationen Alibifunktionen und traten in eine nicht mehr aufzuhebende Wechselwirkung.

Die Borderline-Störung und das Bild des Vaters ließen sie, zumindest ab Studium, sehr schnell die Droge Alkohol entdecken. Ich will nicht sagen das der Vater Alkoholiker war, um Himmels willen, nein. Aber M. wusste das es eine entspannende, angstlösende  Wirkung hat. Auch wieder bedingt durch die Borderline-Störung verlor sie sehr bald das Maß dafür und entwickelte ein Suchtverhalten. Das Beste was ihr passieren konnte war die Bar "Club" zu führen. 7 Bier und 8 Whisky waren da schon normal.

Der Alkohol half  ihr in vieler Hinsicht. Er füllte die innerliche Leere, sie konnte gelöst sein, reduzierte die inneren Spannungen, verschob die Realität, dämpfte die Schuldgefühle. Schuldgefühle zum einen aus ihrer Kindheit zum anderen ihren Körper immer wieder hergeben zu müssen auf der Suche nach Liebe, Erlösung durch den Froschkönig.  Der Frosch den sie fand war immer irgendwie komisch.    Er, der Alkohol, nicht der Frosch, steigerte natürlich das Verhaltensmuster der Borderline-Störung in extreme Richtungen. Des weiteren erfüllte er eine wichtige Funktion im Sinne der Anorexie. Überbrückung des Hungergefühls / Trieb und er gab natürlich auch eine Alibifunktion wieder für die Hypochondrie.

Eines vergaß M. in all der Zeit, kein Frosch lässt sich in den Prinzen verwandeln. So wie man eben auch aus einer Krähe keinen Schwan machen kann. 

Nun werden Sie sagen "mein Gott, war ja total gestört". Richtig, dennoch ein wundervoller Mensch, der selber litt. Wann ihr das "Leiden" bewusst wurde ist nicht mehr nachzuvollziehen. Sicher ist das sie einen Leidensdruck hatte den sie nicht definieren konnte. Niemand erkannte ja was mit M. los war. Um M. hätte helfen zu können hätte die Borderline-Störung erkannt werden müssen. Ohne es zu merken verstärkten sich natürlich alle 3 Störungen und die Folgen im Laufe der Jahre. Wir können sagen das seelisch, biologisch, biochemisch M. mittlerweile sehr zerstört war. M. wünschte sich sehr ein Kind, zumindest gab sie es, in den Beziehungen, anfänglich, immer vor. Drei mal dürfen Sie raten warum? Und so kam was kommen musste, ein Zusammenbruch mit 34/35. Bedingt durch äußere soziale Umstände, erfolgte Abtreibung, dann Beziehungen beendet, griff sie zur Arbeit, Alkohol in extremen Maße, gefolgt vom nicht Essen (Anorexie) und den Griff zu Schmerzmitteln bedingt durch die Hypochondrie. Die Grundlage des wechselseitigen  Missbrauchs war weit früher doch er verstärkte sich hier erheblich. Von seelischen bis hin zu psychosamtischen Beschwerden, körperlichen Schmerzen, zeigte M. nun alles was in irgendeiner Form vorhanden hätte sein können. Der Körper, die Seele spielten nicht mehr mit und es erfolgte eine Aufnahme in die psychiatrische Klinik. M. hatte im Laufe der Zeit sehr gut gelernt Symptomatiken zu verstecken und so wurde sie zwar behandelt, aber wieder nicht auf die Ursachen. Man erkannte zwar die Suchtproblematik und die Anorexie, doch mehr nicht. So wurde sie stabilisiert entlassen und begab sich in ambulante Therapie. Da M. natürlich "Beziehungsprobleme" hatte (denn der andere ist ja krank) verstand sie es auch hier sehr gut von den eigentlichen Dingen abzulenken. Die Therapeutin kümmerte sich zwar um das aktive anorektische Verhalten und konnte auf passiv stabilisieren aber wohl mehr um den damaligen Partner von M. als an die wirklichen Ursachen zu gehen. M. litt sehr. Stellen Sie sich bitte vor welch ungeheuren seelischen Kräfte hier wirkten, welche Qualen diese Seele über die Jahre erlitt. Das sie Gefangene ihrer Selbst war konnte sie nicht erkennen und es war keiner da der ihr die Hintergründe sagte, sie aufdeckte. Sie war also dazu verurteilt das Spiel "ihres Lebens" permanent zu wiederholen, bzw. weiter zu durchleben. Wieder von einem Bett in das nächste, wieder kurzfristige intensive Beziehungen, wieder Abtreibung, wieder Alkohol, wieder Schmerzmittel, wieder Amphetamine.

Nehmen wir einen Tag von M. 

Wie die meisten Borderliner ist sie sehr leistungsbezogen und konnte sich über ihren Beruf identifizieren. Mehr blieb ihr ja auch nicht. Oft saß sie da und weinte, weinte aus einem tiefen inneren Schmerz heraus und fragte sich "warum werde ich nicht geliebt?" Es gab Momente in denen sie sehr glücklich schien doch konnte dies in wenigen Minuten ins extreme Gegenteil schlagen. Bedingt durch die Anorexie den Alkohol und Tablettenmissbrauch war M. Hirn- wie auch Körperstoffwechsel nicht mehr im Gleichgeweicht. Zum anderen wissen wir das Der Hirnstoffwechsel (Gleichgewicht an Botenstoffen / Transmittern) bei einem Borderliner sowieso aus dem "klinischen" Rahmen fällt. Durch all diese Dinge war M`s Immunsystem  sowieso geschwächt. Welches wiederum "gut" für die Hypochondrie war.  Sie steht um 6.00 Uhr morgens auf und hatte sich den Abend vorher 1,5 Flaschen Prosecco gegönnt. Sagen wir sie hat 5 Stunden geschlafen ist also gegen 0.00 Uhr zu Bett gegangen. Sie lag also irgendwo bei 1,6 - 1,8 Pomille und benötigte somit ca. 19 Stunden um 0,0 Prom. zu erreichen.  Sie lag also am Morgen noch ca. bei 1,1 Prom. Für M. war das kein Problem, war schon schlimmeres gewohnt. Abgesehen davon gehörte der Prosseco des Abends dazu, insofern auch "das" morgendliche Befinden. Es gab keinen Tag an dem M. nicht aufstand und nicht eine Krankheit oder Beschwerde hatte. Meist entwickelten diese sich am späten Vormittag. Einige Beispiele hierfür sind. Rückenschmerzen, Nierenbeckenentzündung, Kopfschmerzen, Sehnenscheidenentzündung, Unterleibsschmerzen, vaginale Infektion, Durchfall, Hautbrennen,Wanderniere,  Schwächezustand, frieren, schwitzen bei Normaltemperaturen, Gebärmutterhalskrebs der kam und wieder verschwand (er kam wenn sie die Rückzugsphasen antrat -- da dann natürlich kein Kind zu bekommen ist und er ging in den Idealisierungsphasen), Sehnenzerrungen,  Magenschmerzen, nur nackt baden da sonst Nierenbeckenentzündung, kein Inliner fahren da die Schützer Schmerzen auf der Haut verursachten, Schuppenflechte (die nie da war), ehemalige Bänderrisse die schmerzten, Augenbrennen, Nackenschmerzen, usw.  Es gab keine Krankheit die M. nicht, an irgendeinem Tag, hatte. (Sprach man sie daraufhin an tickte sie vollkommen ausund bekam einen ihrer üblichen Wutausbrüche, hier reichte aber schon wenn man M. mal sagte "zieh dir doch was hübscheres an, irgendwie passt das nicht zu dir".  M. empfand dies als Abwertung, nicht geliebt werden.

Dies wiederum (obiger Abschnitt), der momentane Krankheitszustand, rechtfertigt die Einnahme von Schmerzmitteln. viele Schmerzmittel enthalten Morphine bzw. Morphinderivate/Opiumderivate. Sie sind synthetisch und vergleichbar mit körpereigenen Morphine (Endorphine). Die synthetischen Morphine docken an die gleichen Rezeptoren an wie die körpereigenen. Zum anderen verhindern sie die Eigenproduktion und lassen es das System verlernen diese in ausreichendem Maße zu produzieren. Morphine haben zum Teil eine andere Wirkung als Alkohol. Sie beruhigen zwar und es kann unter Umständen zu rauschähnlichen Zuständen kommen (z.B. Tramal), dennoch und es ist nicht geklärt warum, besitzen sie nach dem Genuss von Alkohol, d.h. wenn dieser schon fast abgebaut ist, eine Überbrückungsfunktion (ohne Rauschzustand) und wirken auf das Belohnungssystem (Glück) zum Teil mit aufputschender Wirkung (ähnlich Amphetamine). 

Nachdem M. ja Schmerzen hatte bzw. krank war wurde die Einnahme von Schmerzmitteln Definitionen / Halbwertszeit vollkommen legitim für sie. Und hier kommen wir zur besagten Wasserflasche, die zwei Funktionen erfüllte. Zum einen stillte sie das Schluckbedürfnis und zum anderen wurde der trockenen Mund befeuchtet. Morphine haben die die Eigenschaft Mundtrockenheit hervorzurufen. Und wenn es M. "mal ganz schlecht ging" in Form das sie zerschlagen und kaputt war aber trotzdem ihre Leistung erbringen musste gab es da noch die Amphetamine, die zu mindest kurzfristig puschen und natürlich als Appetitszügler fungieren.

In der Zusammenfassung eigentlich alles ganz einfach. M., ein Mensch der seit Kindheit an ungeheuren inneren Spannungen, ob bewusst oder unbewusst, ausgesetzt ist, überdimensionale Leistungen erbringen muss und erbringt, hat somit Überlebensstrategien entwickelt. Die Hypochondrie, wie bereits gesagt, diente, wenn auch unbewusst, dazu Mitleid, Liebe zu bekommen und im Mittelpunkt zu stehen. Die Anorexie hatte sich verselbstständigt und bildete somit auch das "Bild der schlanken Frau". Der Sex diente dazu Spannungen abzubauen, die innere Leere zu füllen, sich zu fühlen, geliebt zu werden und zur Bindungsmanipulation. Der Alkohol, die Medikamente wie beschrieben. Alle drei Störungen sicherten M. somit das Überleben ihrer Seele.

Das selbstschädigende Verhalten von M. hatte somit enorme Ausmaße erreicht.

Nun werden Sie sich fragen ob  eine Beziehung mit M. überhaupt möglich ist. Sie ist es, die Frage ist nur wie lange? Die Antwort können Sie sich selbst geben.

Hier greift das Wort Beziehung aus dem Kapitel Beziehung

© "Team der Borderlinezone" 2002-207

 (Haftungsausschluß: Die Personen und die Handlung sind frei erfunden und sämtliche Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind rein zufällig.)

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