selbstschädigendes- selbstverletzendes, suizidales Verhalten

 

 

 

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Das selbst-schädingende oder auch selbstverletzende Verhalten kann, gerade bei der Borderlinepersönlichkeit, viele Formen annehmen. Extrem werden sie oft nach sexuellem Missbrauch oder Vergewaltigung. Oft haben die SSV oder SVV Handlungen den Bestrafungscharakter.

Einzelne Formen sollen hier aufgeführt werden:

Das suizidale Verhalten ist ständiger Begleiter der Borderline-Störung. Die meisten von ihnen (75%) haben ein oder mehrer "Suizidversuche" hinter sich. Der kleinste Teil der Borderliner begeht den Suizidversuch in der Absicht sich wirklich zu suizidieren. In der Regel ist es ein Hilfeschrei oder in der Beziehung ein emotionales Erpressungsinstrument, des Borderliners. In einigen Fällen geht dieser Erpressungsversuch voll nach hinten los, soll heißen es hat "ungewollt" geklappt. 

Bevorzugt werden von der Borderlinepersönlichkeit folgende suizidale Vorgehensweisen: (nach Häufigkeit)

1.) Tabletten (meist mit Alkohol)    

2.) Pulsadern aufschneiden  

3.) mit dem Auto vor den Baum oder Mauer fahren    

4.) erhängen

zu 4.) Erklärung: (die Beschreibung lasse ich aus rechtliche Gründen aus) hier will sich der Borderliner nicht erhängen sondern den Todeskick spüren, spüren, dass er an den "Point of no return" geht, an die Grenze, spüren das er dennoch lebt (in der SM-Szene bekannt unter "Atemkontrolle"). Tun dies Borderliner allein geht in der Regel das Ding nach hinten los und der Tod ist die Folge.

Liegt eine Anorexie mit vor kann es bis zum Hungertod gehen.

Das selbstschädigende-, selbstverletzende Verhalten (gerade schneiden, brennen, ritzen), aber auch masochistischer, brutaler Sex, kann sich bei der Borderlinepersönlichkeit zur Sucht ausweiten oder suchtähnlichen Charakter annehmen. Verantwortlich hierfür sind körpereigene Botenstoffe, wie Endorphine, (auch körpereigene Opioide genannt, da sie an die gleichen Rezeptoren wie Opiate, Morphin, oder deren Derivate andocken)  die auf das Belohnungssystem wirken, wodurch vermehrt Dopamin und Noradrenalin ausschüttet wird. Durch die diese immer wiederkehrende Verhaltensweisen wird ein synaptischer Lernvorgang ausgelöst und wie bei Sucht üblich muß mehr und mehr geschnitten werden um das gleiche Ergebnis zu erzielen.

Des weiteren erfüllt das selbstverletzende Verhalten (schneiden, brennen, ritzen, brutaler Sex oder SM) der Borderlinepersönlichkeit eine ihr nicht bewusste Funktion. Wir wissen die Borderlinepersönlichkeit leidet unter enormen inneren (seelischen) Schmerzen die durch das fragmentierte ICH nicht abgefangen werden können und oder verarbeitet wurden sind. Grundlage dieser Schmerzen ist die Kindheit, Missbrauch, Vergewaltigung(en), daß postraumatisches Belastungssyndrom mit seinen wiederkehrenden Flashbacks und der zeitige Beziehungskatastrophen. Der eine oder andere Leser hat sicher schon einmal die Erfahrung gemacht das wenn er körperliche Schmerzen an einer bestimmten Stelle verspürt und er durch welche Umstände auch immer an einer anderen Stelle des Körpers er einen neuen Schmerz verspürt der erstere nicht mehr, zumindest kurzfristig, wahrgenommen wird. Genauso verhält es sich, allerdings nur umgekehrt, bei der Borderlinepersönlichkeit. Seelischer Schmerz wird vom Menschen genauso wahrgenommen wie körperlicher Schmerz. Verantwortlich hierfür ist ein bestimmtes Areal im vorderen, oberen, drittel des limbischen System in direkter Verbindung zum Großhirn. Einen Namen hat dieses Areal leider noch nicht, da erst die neuen bildgebenden Verfahren einen Beweis für die (in der Theorie lange bekannt) Existenz eines solchen Areals geliefert haben. Nennen wir es einmal Schmerzzentrum. Dieses Schmerzzentrum registriert jeden körperlichen Schmerz und ordnet ihn dementsprechend zu. 

Sie erinnern sich sicher an die Frage im Kapitel Trennung "Warum Sie so leiden und ihr seelisches Leiden körperliche Schmerzen annimmt".  Die Antwort ist sehr einfach. Das Schmerzzentrum wird bei jedem Schmerz aktiviert. Egal ob er somatischer (körperlicher) oder seelischer Herkunft ist. Jede schmerzhaftes Gefühl oder schmerzhafte Emotion aktiviert das Schmerzzentrum. 

In den Untersuchungen ist man noch einen Schritt weitergegangen und fand heraus das jegliche Ablehnung der eigenen Person, oder auch nur das Gefühl der Ablehnung, genau dieses Schmerzzentrum aktiviert. Verständlicherweise ist die Aktivität (das Feuern der Neuronen in dem Areal) von Mensch zu Mensch, auch in der Ablehnung, unterschiedlich stark. 

Sehen sie weiter unten einen Film zur Selbstverletzung.

Wir wissen das es für die Borderlinepersönlichkeit, unter anderem, nichts schlimmeres als Ablehnung gibt. Dies löst massive Ängste, Flashbacks, etc. aus. Also im im großen und ganzem schmerzhafte Emotionen. Bei einer Borderlinepersönlichkeit feuern nun die Neuronen im Schmerzareal um ein vielfaches stärker als bei Nicht-Borderlinepersönlichkeiten. Da der Schmerz allerdings nicht zugeordnet werden kann baut sich ein enormer Druck in der Borderlinepersönlichkeit auf dessen Ventil dann das selbstverletzende Verhalten ist. Es wird also ein Ausgleich zum seelischen Schmerz herbeigeführt. Einfach gesagt der Neuronenfeuerung im Schmerzzentrum wird Energie abgeleitet.  Ein weiterer Grund ist das Borderlinepersönlichkeiten ein anderes Schmerzempfinden haben als andere Menschen. Inder Regel ist es bei ihnen umgekehrt als bei Non- Borderline-Störung (Persönlichkeiten). Das heisst sie ertragen körperliche Schmerzen um ein vielfaches stärker als seelische Schmerzen, auch ist ihre körperliche Schmerzgrenze wesentlich höher angesiedelt als bei einer Non- Borderline-Störung (Persönlichkeit).

Sie erinnern sich an das oben gesagte? " einen schmerz durch den anderen aufheben?" So könne  wir um ein weitres das SSV der Borderlinpersönlichkeit verstehen. Denn was liegt näher als den stärken Schmerz durch einen wenig stärkeren Schmerz zu ersetzen und dem Schmerzentrum eine Definition vorzugeben?

Für Partner ist dies oft nicht verständlich und sie fragen sich wie man helfen kann, es verhindern kann. Lassen Sie (Partner) sich sagen das Sie es nicht verhindern können solange der Borderliner nicht in einer Therapie war und sich mit seiner Störung beschäftigt. Beachten Sie das der Borderliner in solchen Momenten zu allem fähig ist und er nicht seine Umwelt sehen kann und auch gar nicht will. Dies hat nichts mit seiner "Liebe" zu Ihnen zu tun, sondern mit der Spaltung. Natürlich ist es sehr schwer zu unterscheiden ob eine Manipulation (emotionale Erpressung) oder die innere Leere, der Wille zum Aufgeben, den Schmerzen ein Ende setzen, vorhanden ist. Diese Seiten können Ihnen helfen dies zu erkennen. Erleben Partner Suizidversuche des Borderliners oder finden ihn sogar tot dann ist dies eines der furchtbarsten Dinge die ein Mensch erleben kann. Die Folgen sind oft dramatisch. Depression, posttraumatisches Belastungssyndrom, Ängste, Alkohol-, Tablettensucht, Verlust der Arbeit, sozialer Abstieg. Die Schuldgefühle sind so enorm beim Partner das dieser oft genug daran zerbricht.

So möchte ich hier eine Appell an alle Borderliner richten.

  versuchen Sie in solchen Momenten an die Menschen zu denken die Sie lieben

 

und die möglicherweise an Ihrem Suizid zerbrechen

In dem Sie sich Ihre Schmerzen nehmen, bereiten Sie anderen diese. Kämpfen Sie um ein Leben. Nicht der Tod ist Ihre Erlösung sondern das Leben. Gehen Sie den schweren Weg und Sie werden gewinnen. Am Ende des Weges wird auch für Sie die Sonne scheinen. Nur wollen und tun müssen SIE es.

 

 

Telefonseelsorge kostenfrei und anonym evangelisch: 0800 111 0 111 / katholisch: 0800 111 0 222 / Notruf: 112

 

 

 

 

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