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Der Sex der Versöhnung 

 

oder 

Das erneute Herstellen der Symbiose

 

Wieder einmal hatten Sie den wundervollsten Sex, die absolute Verschmelzung. Ihr Borderliner liegt neben Ihnen und ist urplötzlich in Tränen ausgebrochen. Herzzerreißendes Schluchzen. Keine Traurigkeit, Tränen des Glücks, das sehen Sie.

"Wieder ein Stück Mauer eingebrochen", sagt er (der Borderliner) mehr zu sich, als zu Ihnen. In diesem Satz steckt nicht nur eine Information, sondern hunderte. Das gesamte Spektrum der Zerrissenheit, das ganze Leben Ihres Borderliners steckt darin. Was hat er nicht für Kräfte aufgebraucht, zahllose Fluchten auf sich genommen, um diese Mauern, die ihn schützen, aufzubauen und aufrecht zu erhalten. Jetzt kommen Sie daher und sprengen diese Stück für Stück weg. Durch diese Bruchstellen ergießt sich jetzt der Urschmerz seiner gequälten kindlichen Seele, den er nur durch seinen Hass unterdrücken konnte, in sein Innerstes.

Dafür liebt er Sie, denn das ist für ihn wahre Liebe. Gleichzeitig hasst er Sie dafür, weil er Angst hat (verschlungen werden, verlassen werden). Wie bereits beschrieben, ist Hass nicht das Gegenteil von Liebe. Es ist ein und das Selbe, nur mit einem anderen Vorzeichen. In unserem tiefsten Inneren verbinden sich diese beiden zu einem Zustand. Genau das ist der Punkt, den Ihr Borderliner gerade erreicht hat. Auf dessen Suche er permanent ist und gleichzeitig davor flieht. Es ist der Schmerz der Schönheit, Liebe, Wärme und Geborgenheit, die der Borderliner nie hatten, bzw. nur teilweise ambivalent. Das gleichzeitige Wissen, dass dieser Zustand nur den Moment haltbar ist, die Hoffnung, ihn doch halten zu können. Das Wissen, ihn zerstören zu müssen, um überleben zu können, zerreißt ihn förmlich. 

Dieser Schmerz, diese Schönheit ist für ihn so überwältigend, so grenzenlos in seiner Intensität, dass er die tiefsten Winkel seiner Seele berührt und es ihn in Form der Tränen förmlich hinweg reisst. Was ihn erfasst, ist das gesamte Spektrum der Liebe, inklusive der Vergangenheit und zwar schlagartig. In diesem Moment begreift der Borderliner auf höchster Ebene sein instabiles "ICH", begreift das Ausmass der Borderline-Störung und hasst sich selbst. Da er eine solche Intensität der Gefühle kaum kennt, er weiß nicht damit umzugehen, er durch seine Ich- Fragmente keine Chance hat, diese irgendwie zu puffern, ist er völlig hilflos. Auch diese Hilflosigkeit ist Ausdruck seiner Tränen. Auch steigt natürlich die Angst proportional zur Hilflosigkeit. Diese inneren Spannungen (Spannungen entstehen immer durch entgegengesetzte Kräfte bzw. durch innere Widersprüche) sind ungeheuer groß. Die überwältigende Sehnsucht, dieses "Glück" halten zu wollen, das Wissen um sein "Ich", die Erfahrung, dass es "DAS" doch gibt, sind für den Borderliner geradezu schockierend. Im Borderliner tobt also ein verzweifelter Kampf und er weiß, dass seine Angst wieder siegen wird.

Wir können also sagen, dass die Tränen Ausdruck dieses Kampfes ist.

Diese Empfindungen werden später vom Borderliner als schöne Momente bezeichnet. Sicher, eine lapidare Umschreibung dessen, doch wie bereits erwähnt, kann der Borderliner (die Borderline-Störung) durch die Spaltung später keine gefühlsmäßige Beziehung in der Erinnerung herstellen. Er "weiß" nur, dass es schön war. Gleichzeitig ist aber das Wort "Momente" beim Borderliner eine Abwertung ("es waren doch nur Momente, ja es gab Momente da war ich glücklich ") -- hören Sie in oder nach der Trennung. 

Wie wir ja wissen, strebt er danach, den eben beschriebenen Zustand permanent aufrecht erhalten zu können. Verantwortlich sind dafür bitte schön Sie. Der Borderliner hat vielleicht mal irgendwo gelesen, dass Gefühle sich in normalen Schwankungsbreiten bewegen, aber mehr nicht. Für ihn existiert das nicht. Er Hat ein Recht auf den permanenten High- Level. Kein Wunder also, dass er später, da dieser High- Level nicht konstant haltbar ist, Sie der Grausamkeit des Liebesentzug bezichtigt. Noch dazu unterstellt er Ihnen, dass Sie das alles wissentlich und berechnend steuern, um ihn zu quälen (Sie können ihm tausend mal erklären, dass dem nicht so ist, er glaubt Ihnen sowieso nicht. Auch dann nicht, wenn er Ihnen zu verstehen gibt, dass er Ihnen glaubt).

Und da die Verantwortung bei Ihnen liegt (so sieht er es), sind Sie ein regelrecht böser Mensch. Für böse setzt der Borderliner später, vor allen anderen gegenüber, jede x- beliebige Bezeichnung ein. Das geht vom Soziopathen über den Psychopathen bis hin zum Gewalttäter, weiter zum, wenn Sie ihn unterstützend in der Beziehung begleitet haben, Pseudotherapeuten. Denken Sie daran, Sie sind der Täter, er das Opfer. Nun, das darf Sie, auch wenn es schmerzt, später nicht mehr tangieren, als ob in China ein Sack Reis umfällt. Abgesehen davon braucht er diese Darstellung später, um die Spaltung und den Hass halten zu können. Im Umkehrschluss heißt das also für den Borderliner und für 3. Personen gegenüber er es darstellt: "Wie kann ein Mensch (Sie), der so grausam ist (seelische Körperverletzung) lieben. Richtig, nach logischer Schlussfolgerung kann ein solcher Mensch gar nicht wirklich lieben. Ergo ist der Beweis geliefert und des Borderliners Sichtweise bestätigt. Hie muss allerdings gesagt werden, dass der Borderliner nicht unbedingt unrecht haben muss, denn die vom Borderliner gesehene Verhaltensweise trifft ohne Weiteres auf die narzisstische Persönlichkeitsstörung (wenn stark ausgebildet) zu.

Da die narzisstische Persönlichkeitsstörung eine Komplementstörung zur Borderline-Störung ist und der Borderliner sich nur zu gern den Narzissten sucht, kann die beschriebene Sichtweise des Borderliners durchaus Relevanz haben. In diesem Abschnitt allerdings ist nicht die narzisstische Störung beschrieben, sondern die Sichtweise des Borderliners. Er sieht alle Beziehungspartner bzw. Ex- Partner so.

Und jetzt vergleichen Sie alles wieder mit dem kleinen Kind, wie wir es schon öfter getan haben. "Kleines Kind" bezieht sich hier auf die emotionale Entwicklungsstufe des Borderliners. Was passiert, wenn Sie dem Baby mitten im Stillen die Brust entziehen, obwohl das Baby noch hungrig ist, die Brust aber keine Milch mehr hat? Richtig, es brüllt wie am Spieß und hat Angst zu verhungern. Das Ziel des Babys ist es ja, "schmatzend, grunzend und zufrieden" einzuschlafen. Natürlich muss die Brust beim Aufwachen prallgefüllt und uneingeschränkt zur Verfügung stehen. So verhält es sich beim Borderliner. Was für das Baby die Brust ist, sind für den Borderliner Beziehungen. Richtig gelesen, Beziehungen (High- Level, volle Brust). Für ihn sind sie überlebensnotwendig.

© "Team der Borderlinezone" 2005-2007

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