Persönlickeitsstörung ] Liebe und Hass ] Die Biochemie des Gehirns ] Schlaf & Traum ] Derpression ] Trauma und postraumatisches Belastungssyndrom ] Dissoziation ] Esstörungen ] was ist ADS / ADHS Einleitung ] Angststörungen ] Therapieformen ] ICD-10 ] DSM-IV ] Begriffsdefinitionen ] Drogen ] Selbsthilfe ] Tal der Tränen ]

Nach oben ] spezifische Persönlichkeitsstörung ] Was ist Narzissmus ] Kömplementärstörungen ] [ Prägung v. Denken, Fühlen, Handeln ] psychodynamiches Modell gesund ] med.-Leitlinien-Perönlichkeitsstörung ]

 

 

Prägung von Denken, Fühlen, Handeln

oder

Vergangenheit bestimmt immer Gegenwart und Zukunft

 

Sie wissen nun bereits der Mensch besitzt zwei Seelen. Die Rationale und die Emotionale. (Verstand und Gefühl oder Kopf und Hintern). Da die Rationalität (das Großhirn / der Neokortex) sich viel später (entwicklungsbiologisch), wie auch beim heranwachsenden Menschen, entwickelt hat ist die emotionale Seele wesentlich schneller und mächtiger. Hier geht Alter vor Schönheit. Ihre emotionale Seele liegt im  limbischen System. Eine wichtige Rolle, wenn nicht sogar die Entscheidende, spielt hier der Mandelkern, auch Amygdala, genannt. Er ist der emotionale Wächter Ihres Seins. Der Mensch besitzt dessen zwei. Einen in der rechten Hirnhälfte und einen in der linken Hirnhälfte. Die Hirnhälften sind über den sogenannten Balken miteinander verbunden. Beide erfüllen in der Gesamtheit die gleiche Aufgabe und sind nicht unabhängig voneinander. Dennoch bestehen Unterschiede in sagen wir der "Befehlsgewalt" für rechtshirngelagerte und linkshirngelagerte Menschen. Borderlienepersönlichkeiten sind in der Regel Rechtshirn gelagert, Narzissten, Schizoide in der Regel Linkshirngelagert.

Warum nun bestimmt die Vergangenheit ihre Zukunft, die des Borderliners (Borderline-Störung), Narzissten Schizoiden, des Anorektikers, des Bulimikers etc.?

Versuchen wir es einfach zu erklären. Ich möchte nicht in biochemische, psychologische, neurologische fachspezifische Erklärungen verfallen die eh niemand versteht oder interessieren. Wir wissen ja bereits das die Entwicklung, sprich Erziehung, Umgang, Einstellung, in den ersten Jahren, bzw. auch schon im Mutterleib, die entscheidende Rolle spielt. 

Sagen Sie einem Anorektiker, oder Bulimikers nachdem Sie ihn eine Zeit nicht sahen " Oh, du hast aber ganz schön zugenommen" Was glauben Sie wird passieren? Richtig, der Anorektiker hungert und der Bulimiker kotzt sich die Seele aus dem Leib.  Sie haben ihm eine (1) Information gegeben, doch er empfängt alles andere als diese eine rationale Information. Er empfängt eine Flut an Infos bei denen nur  sein limbisches System reagiert und angesprochen wird, d.h. sein emotionales Gedächtnis. Die rationale Seele reagiert hier gar nicht mehr. Das limbische System hat den anderen jetzt voll im Griff. Ihre einfach dahingesagte Information löst eine Flutwelle an Gefühlen und Emotionen aus die nicht mehr dem rationalen Willen unterliegen.

Ich möchte versuchen diese erste Reaktion anhand eines anderen Beispiels zu erklären. Ich wähle hier, den besten Freund des Menschen, einen Hund. Wir abstrahieren folgende Situation. Familie: Mann und Frau ca. 28 Jahre alt, Kind 3 Jahre alt und der Hund 5 Jahre alt. Grob gesehen durchläuft der Hund die gleichen psychologischen Entwicklungsstadien wie ein Mensch, nur in verkürzter Zeit. Er befindet sich also im 32. menschlichen Lebensjahr. Das Kind kam, für ihn im 12. menschlichen Lebensjahr, seine Phase der Adoleszenz. (für eine Hund gilt das 1. Jahr = 7 Menschenjahre, jedes weitere 5 Menschenjahre) Er durchläuft also alles im Zeitraffer. Sie erinnern sich an das menschliche Mängelwesen welches biologisch 21-24 Monate (Symbiose) im Leib der Mutter verbringen müsste? Wenn für den Hund das 1. Jahr 7 Menschenjahre sind, sind dem zu Folge 6 Monate 3,5 Jahre und 3 Monate 1,75 Jahre. Einen Welpen darf man (gesetzlich) erst nach 8 Wochen, also 14 menschliche Monate, von der Mutter trennen. Eigentlich zu früh, (Experten sprechen von 12 Wochen). Dann sind wir wieder bei den 21 Monaten.

Aber zurück. Der Hund wächst beim Mann auf, besitzt andere neurale Schaltungen und hat nicht den ausgebildeten Neokortex wie der Mensch. Insofern entwickelt sich sein limbisches System wesentlich höher / ausgeprägter als beim Menschen. Er unterliegt also mehr gefühlsmäßigen Handlungen die zum Teil durch Konditionierung und zum anderen, aber wesentlich geringer, kognitiv gesperrt werden. Die gefühlsmäßige Bindung an seine Herrn (den Mann) ist naturgemäß sehr stark und wird sein ganzes Leben bestehen. Geht es "Herrchen" schlecht erfühlt der Hund das sofort und versucht dann den Mann, wenn auch unlogisch, vor jeglicher Bedrohung (in seinem Sinne) zu schützen. Da er nicht logisch denken kann, die Dinge also nicht linear in Bezug bringen kann, reagiert er ausschließlich aus dem limbischen System, (Instinkt) heraus und das heißt für den ihn jegliche Annäherung, sofern er den anderen nicht kennt, ist eine Gefahr.

Das Kind wird in die Adoleszenzphase des Hundes geboren, noch dazu muss er einen neuen Menschen akzeptieren, die Frau. Die Akzeptanz liegt für ihn in 3 emotionalen Aussagen. a) "er liebt dich also gehörst du zu ihm" b) dem Kind gegenüber "du bist ein Teil von ihm" c) "mein Herrchen liebt dich sehr" hinzu kommt das Rudelverhalten. Der Mensch, ist wie der Hund, ein Rudelwesen. Dies beinhaltet den Schutz und Beistand gegenüber dem Schwächsten, in diesem Falle das Kind. 

Das Kind spielt mit dem Hund und wie das bei Kindern nun einmal ist tut es dabei dem Hund auch weh, doch der Hund macht nichts. Im Gegenteil für ihn ist das Kind, zumindest wenn der Mann nicht zu Hause ist, schutzbefohlen. Der Mann ist den Tag über auf der Arbeit und für den Hund ist der Mann der Rudelführer, die Frau ein Teil des Rudels und das Kind der Nachwuchs, den es zu sichern gilt. 

Die Situation: 

Die Mutter ist vollkommen überlastet, überreizt, das Kind schreit, die Mutter schreit und sie schlägt das Kind mit der flachen Hand ins Gesicht, oder auf das Hinterteil. Das Kind verstummt (Schock) oder schreit um so mehr. Der Hund nimmt drei Dinge wahr. Er riecht den Stresshormonausstoß (Pheromone) der Mutter, sieht die gereizten Reaktionen der Mutter. Er kann natürlich nichts in einen logischen Zusammenhang bringen. Nur eines hat er abgespeichert. Diese Reaktionen der Mutter, dieser Geruch, das Ausholen mit der Hand bedeutet Gefahr. Er schaut wahrscheinlich sogar noch verständnislos (treu-doof). Aber er-erfühlt, er-riecht ein weiteres Detail. Dem Kind geht es nicht gut. Es scheint dadurch traurig zu sein. Da es in seiner Obhut liegt wird er sich wahrscheinlich, sobald die Mutter sich entfernt da sie Platz 2 in der Rangordnung einnimmt, neben das Kind legen, um es zu beruhigen. Das Kind wiederum fühlt den Hund und beruhigt sich. ( Der Hund ist der Teddy) Der Hund hätte auch aus 3 Gründen nichts gegen die Mutter gemacht. 1.) richtete sich der Schlag nicht gegen ihn 2.) er kennt den Zusammenhang Geruch - Bewegung - Schlag -Gefahr-Schmerz nicht. 3). ist die Mutter in Platz 2 der Rangordnung. Der Vorfall wird vergessen und es wird nicht darüber gesprochen mit dem Mann.

Ein anderer Tag:

Die Mutter ist wieder überlastet und gereizt. Der Hund spielt mit dem Kind und umgekehrt. Beide sind laut. Nach mehrmaligen Ermahnen ist immer noch keine Ruhe und die Mutter holt aus und haut dem Hund mit der flachen Hand zweimal ins Gesicht. Weiter passiert von der Frau nichts. Das Kind ist erschrocken, der Hund ebenso. Der Hund kann wiederum keinen logischen Zusammenhang, zwischen Geschehenen und dem was die Mutter tat, herstellen. In in seinem emotionalen Gedächtnis war der damalige Tag gespeichert. Eines erfasste er jetzt, den Zusammenhang des Geruchs (Stresshormone), der Reaktionen (Bewegungen der Mutter), die daraus resultierende Gefahr und den emotionalen Schmerz. Da Kind war ja wie gesagt, für ihn,  nicht Kind sondern ein ein kleiner Hund und schutzbefohlen vom Herrchen. Wieder tat er nichts. Diesmal aus a) es bestand für den kleinen Hund (Kind) keine Gefahr, b) durfte er es nicht da die Mutter Platz 2 der Rangordnung hat. Was tut der Hund? Er zieht sich zurück und verarbeitet. Emotional verarbeitet er sehr wohl, rational natürlich nicht. Aber er konnte das Schreien des Kindes und die Handlung der Mutter und dann das Verstummen oder lauter schreien, jetzt in einen emotionalen Zusammenhang bringen. Der Vorfall wird wieder vergessen und es wird wieder nicht darüber gesprochen.

Wieder ein anderer Tag:

Das Kind macht irgend etwas, die Mutter holt aus, sie hat noch nicht ausgeholt da riecht der Hund es schon, und will .... In Bruchteilen von Sekunden erfasst der Hund emotional was los ist. Sein limbisches System, das emotionale Gedächtnis, ist schlagartig aktiviert. Die darin liegende Information aus der Vergangenheit ist mit einem Minus besetzt. Den Befehl den sein limbisches System jetzt gibt, da er es ja jetzt kennt, heißt "Gefahr für den Nachwuchs und Schutz." In diesem Moment spielt die Rangordnung und seine Konditionierung eine absolut untergeordnete Rolle. Im Sinne der Rangordnung heißt es für den Hund jetzt das Überleben des "Jüngsten, Schwächsten" zu schützen. Blitzschnell, ehe die Mutter dem Kind eine geben kann, greift er nach dem Arm der Mutter oder stellt sich zumindest schützend zwischen das Kind und die Mutter. Wehrt sich jetzt die Mutter eskaliert die Situation. Das Kind wird lauter schreien und für den Hund wiederum heißt das "mehr Schutz." sicher ist das er sich nach diesem Vorfall neben oder zumindest in die Nähe des Kindes legt und auf jede noch so kleine Aktion / Reaktion der Mutter achtet, um weitern Schaden von dem Kinde abzuhalten. 

Beim Hund hat ein sogenannter synaptischer Lernvorgang (Anstoß gewisser neuronaler Netzwerke) stattgefunden.

Der Vater kommt nach Hause und die Mutter schildert den Vorfall. Natürlich aus ihrer Sicht (der Hund die Bestie). Je nach Mensch ist die Reaktion des Mannes sicherlich unterschiedlich. Für den Hund war sein Handeln absolut legitim und hätte der Mann es gesehen und die Vorfälle davor, dann würde er jetzt sicher ganz anders reagieren. 

Auf jeden Fall kommt kein Mensch auf die Idee den Hund jetzt zum Psychiater zu schleppen um herauszufinden warum das passierte. In vielen Fällen endet das für den Hund im Tierheim. Und dies nur aus einem Grund "er verteidigte was er liebte, was ihm sogar Befehl war."

Übertragen Sie das auf die zwischenmenschliche Borderline-Beziehung. 

© "Team der Borderlinezone" 2002-2007

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